Nach oben Made with Xara „Vernebelungstaktik“ „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1.Korinther 15,14) Als ich vor einigen Jahren im Internetlexikon „Wikipedia“ das Stichwort „Auferstehung“ eingab, da wurde mir vor allem eines aufgelistet: Unzählige Theorien, wie man das leere Grab in der Vergangenheit erklärte, ohne die Auferstehung wörtlich als Tatsache zu nehmen! Federführend waren hier leider viele deutsche Theologen: Ein Hermann Reimarus (1694-1768), Gymnasialprofessor und Theologe in Hamburg, nahm die Gerüchte der Juden für wahr, die schon im Neuen Testament stehen: Der Leichnam sei gestohlen worden. Damit wurde er der Wegbereiter der modernen Bibelkritik. Ein Heinrich Paulus (1761-1851), ordentlicher Theologieprofessor in Jena, vertrat die These, Jesus sei bei seiner Bestattung scheinbar tot gewesen. Ein Idee, die sich bis in unsere Zeit hält. Franz Alt (*1938), der ehemalige Moderator der TV-Sendung „Report“, hat diese Scheintodtheorie vor wenigen Jahren noch einmal aufgegriffen. Auch sie hält sich bis in unsere  Gegenwart. 1799 kam bereits die Umbestattungstheorie auf:  Ein Heinrich Holtzmann (1832-1910), Theologieprofessor in Heidelberg, behauptete  Joseph von Arimathäa habe Jesu Leichnam ohne Kenntnis der Jünger in ein anderes Grab umgebettet. Deswegen habe Maria von Magdala getrauert und gesagt (Joh 20,13): „Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ Ein David  Strauß (1808-1874), Theologe und Dozent am Tübinger Stift, verlagerte die Auferstehung ins Innere der Jünger:  Sie hätten lediglich Visionen und Tagträume gehabt, die für sie aber real erschienen. Die Auferstehung erscheint hier als eine Art Halluzination, die die Apostel wie im Drogenrausch erlebten. Für Männer der Neuzeit wie  Rudolf Bultmann (1884-1976), einst Theologieprofessor in Marburg, war Christus nur „ins Kerygma auferstanden“, was in unsere Sprache übersetzt nichts anderes bedeutet als: Die Auferstehung war lediglich eine Erfindung für die Verkündigung (Kerygma), also für die Predigt. Damit hat sie kaum mehr Wert als ein guter Roman von der Spiegelbestsellerliste. Die Theologin Dorothee Sölle (1929-2003) schrieb einmal, Jesus sei auf dem Wege über das Bewusstsein einiger Leute in die Geschichte aller Leute auferstanden. Die Auferstehung geisterte quasi nur in den Köpfen der Jünger herum und fand so den Weg in die „Geschichte“. Auch das reduziert die Rückkehr Jesu aus dem Tod zu einer  fantasievollen Erfindung einiger enttäuschter Jünger. Das alles sind rhetorische Nebelbomben, die mehr oder weniger gekonnt den Unglauben dieser deutschen Theologen kaschieren! Ich halte es da lieber mit einem Paulus, der eine solche Vernebelungstaktik entlarvt mit den Worten: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1.Korinther 15,14) Jeglicher Versuch, die Auferstehung umzudeuten oder rational zu erklären, lässt den christlichen Glauben wie ein Kartenhaus zusammenfallen! Wer sie nicht als Tatsache sieht, dessen Glaube erklärt Paulus für „null und nichtig“, für wertlos, für hohl (so wörtlich in V.14). Der christliche Glaube ist seines wichtigsten Inhaltes beraubt, wenn Theologen ihn entleeren, weil ihr Verstand die Auferstehung nicht akzeptieren will. Ich wünsche uns den Mut, dass wir diese Mitte unseres Glaubens in den Osterfeiertagen auch vor anderen bekennen können! Ihr Karsten Hinz