An(ge)dacht: „Im Lebensbuch…“ (von Karsten Hinz)

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! (Lukas 10,20)

Was ist der Hintergrund für diesen Bibelvers?
Ein erweiterter Kreis von 72 Jüngern hatte gerade erlebt, dass bei ihrem Einsatz dunkle Mächte weichen und Satan den Rückzug antreten musste. Davon waren sie zutiefst  euphorisiert und in einem Freudentaumel zurückgekehrt. Jesus leitet die Monatslosung für Februar dementsprechend ein mit den Worten: „Lasst euch nicht davon beeindrucken, dass euch die Dämonen gehorchen müssen, freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel eingetragen sind!”

Was ist diese himmlische Liste, was ist das Buch des Lebens? Dazu müssen wir zunächst einmal ein Blick in das Alte Testament werfen.
In Psalm 69,29 betet König David gegen seine  Feinde:
“Lösche ihre Namen aus dem Buch des Lebens, damit sie nicht bei denen aufgeschrieben sind, die nach deinem Willen leben!”

Im Buch Daniel heißt es in Kapitel 12,1 im Blick auf das Ende der  Endzeit, das letzte Zeitalter dieser Welt:
Aber alle aus deinem Volk werden gerettet, deren Namen in Gottes Buch aufgeschrieben sind.”

Und in  Jesaja 4,3 lesen wir über einen Neuanfang Gottes mit seinem Volk:
„Alle, die noch in Jerusalem übriggeblieben sind, schreibt Gott in einem Buch auf. Sie werden leben und ihm ganz gehören.”

Dieses Bild von den Namen, die im Himmel eingeschrieben sind, das setzt sich offensichtlich aus mehreren Mosaiksteinchen zusammen.
Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, spricht dann letztlich deutlich vom „Buch des Lebens”. Gemeint ist so eine Art Bürgerliste des neuen himmlischen Jerusalems, die Gott selbst sorgfältig führt. Wer hier namentlich eingetragen ist, der hat volles Bürgerrecht bei Gott, hat Wohnrecht im Himmel.
Was Jesus hier macht? Er sagt nicht, dass die Freude der Jünger falsch ist, aber sie ist falsch motiviert. Der Grund ihrer  Freude, ihr Auslöser,  der hat den falschen Akzent. Wie jemand einmal sagte: “Jesus macht die Jünger darauf aufmerksam, dass sich ihre Freude auf Wirkungen des Heils, nicht auf das Heil selbst richtet.”

 Dass Satan sozusagen den  ‚Schwanz einziehen muss‘, das ist grandios! Aber warum muss er das tun? Weil seine sonst ach so berechtigten Anklagen schon bald für null und nichtig erklärt werden. Wenn der Teufel in Zukunft das Versagen der Jünger Jesus wie mit dem Skalpell sezieren möchte, dann kann Gottes Sohn  schon bald sagen:  „Und für genau diese Schuld bin ich gestorben! Du hast kein Recht mehr, die Meinen zu verklagen!”

Dem Christentum wird manchmal vorgeworfen, dass es billig auf das Jenseits vertröste.  Statt von einer billigen Vertröstung zu sprechen, sollte wir lieber von einem teuer erkauften Trost reden. Jesus hat den Eintrag im Buch des Lebens für uns Menschen teuer mit seinem Leben, mit seinem Blut bezahlt!  Einen Eintrag, der nicht weniger bedeutet als ein Wohnrecht im Himmel und damit den Gegenwert des ewigen Lebens.

Ich las mal von einem Richter, der lag im Sterben. Als sein Pastor ihn besuchte, fragte ihn der schwer-kranke Jurist: „Wissen Sie, was es heißt ‘Miteigentümer zu sein?“
“Nein“, erwiderte sein Pastor, “von Gesetzen verstehe ich nicht viel, dafür aber ein bisschen mehr von der Gnade”
“Nun”, fuhr der Sterbende fort, “wenn Sie und ich gemeinsame Besitzer eines Hofes wären, könnte ich nicht zu Ihnen sagen:  ‘Dieses Feld gehört Ihnen und jenes gehört mir; die Wiese gehört Ihnen und diese ist meine’, sondern das ganze Areal und alles, was darauf wächst, würde uns gemeinsam gehören. Darüber habe ich heute nachgedacht und das hat mein Herz mit unaussprechlicher Freude erfüllt. Alles, was Jesus Christus besitzt, gehört auch mir.  Alles, was er hat, ist auch mein. Und wir werden in alle Ewigkeit in gleicher Weise an allem teilhaben!”
Dieser sterbende Richter spricht hier von „unaussprechlicher Freude” im Blick auf das ewige Leben. Seinem Pastor gegenüber hat er seine Vorfreude auf die Ewigkeit passend für seinen Berufsstand mit einem juristischen Begriff veranschaulicht: Man kann „Miteigentümer sein” mit Jesus zusammen. Motto: „Was sein ist, ist auch mein!”

Egal, wie wir das ausdrücken und welche Bilder wir verwenden: Jeder Christ ist im Himmel eingeschrieben,  von Gott persönlich handschriftlich im „Buch des Lebens“ eingetragen. Das darf die  Quelle unserer Freude sein – laut der Monatslosung für Februar.

Ihr
Karsten Hinz 
(Pastor der FeG-Salzgitter)